Kündigung Probezeit Muster Word: Vorlage für Arbeitgeber und Arbeitnehmer (2026)

Alles zur Kündigung in der Probezeit: Pflichtangaben, Fristen, Versand und kostenlose Word-Vorlage. Mit Beispielformulierungen, FAQ und Vergleich Arbeitgeber-/Arbeitnehmerkündigung.

Von der StarterLegal-Redaktion Aktualisiert 30. August 2026 8 Min. Lesezeit
Kündigung Probezeit Muster Word: Vorlage für Arbeitgeber und Arbeitnehmer (2026)

Ein rechtssicheres Kündigung Probezeit Muster Word hilft Ihnen, die gesetzliche Zwei‑Wochen‑Frist (§ 622 Abs. 3 BGB) ohne Formfehler einzuhalten. Dieser Leitfaden enthält eine bearbeitbare Word‑Vorlage, passende Formulierungen und eine Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. Laden Sie das Muster herunter und passen Sie es an Ihre Situation an.

Was bedeutet die Kündigung in der Probezeit rechtlich?

Während der ersten sechs Monate eines Arbeitsverhältnisses erproben sich beide Seiten. Eine Kündigung in der Probezeit ist eine ordentliche Kündigung mit verkürzter Frist von nur 14 Tagen – und das für beide Seiten. Das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) greift in dieser Phase üblicherweise noch nicht, weil die gesetzliche Wartezeit noch nicht erfüllt ist. Der Arbeitgeber muss die Kündigung also nicht sozial rechtfertigen; der Arbeitnehmer schuldet keinen besonderen Grund.

Trotzdem gelten Ausnahmen: Auch während der Probezeit bestehen Sonderkündigungsschutzrechte für Schwangere, schwerbehinderte Menschen und Beschäftigte in Elternzeit. Diese Personengruppen können nur unter engen Voraussetzungen gekündigt werden – unabhängig von der Wartezeit.

Entscheidende Nuance zur Frist: Die probezeitverkürzte Kündigungsfrist gilt nur, solange die vertraglich vereinbarte Probezeit noch läuft. Ist sie kürzer als sechs Monate, muss die Kündigung dem Empfänger vor dem letzten Tag der Probezeit zugehen. Andernfalls gelten die längeren allgemeinen Kündigungsfristen (vier Wochen zum 15. oder Ende eines Monats) und das KSchG kann anwendbar sein.

Vergleich: Ordentliche Kündigung, Arbeitnehmerkündigung und Aufhebungsvertrag

Die Tabelle zeigt die drei Beendigungswege, die während der Probezeit zur Verfügung stehen, und ihre wichtigsten Unterschiede.

Merkmal Kündigung durch Arbeitgeber Kündigung durch Arbeitnehmer Aufhebungsvertrag
Frist 14 Tage (§ 622 Abs. 3 BGB) 14 Tage (§ 622 Abs. 3 BGB) individuell vereinbart
Formerfordernis Schriftlich (§ 623 BGB) Schriftlich (§ 623 BGB) Schriftlich
Begründung nötig? Nein Nein Entfällt
Risiko Kündigungsschutzklage bei Sonderkündigungsschutz möglich Sperrzeit beim Arbeitslosengeld droht, wenn kein wichtiger Grund vorliegt Kein einseitiges Gestaltungsrecht; nachträgliche Anfechtung nahezu ausgeschlossen

Entscheidungsregel: Wer das Arbeitsverhältnis schnell und einseitig beenden möchte, wählt die Kündigung. Ist eine einvernehmliche Trennung angestrebt, bietet sich der Aufhebungsvertrag an – aber nur, wenn keine Sperrzeit droht oder ein wichtiger Grund vorliegt.

Was muss das Kündigungsschreiben zwingend enthalten?

Damit die Kündigung wirksam ist, müssen diese Angaben handschriftlich unterschrieben auf einem Blatt Papier stehen – eine E‑Mail oder ein Scan genügen nicht (§ 623 BGB).

Die fünf Mindestbestandteile

  1. Vollständige Namen und Anschriften beider Vertragsparteien.
  2. Ort und Datum der Erstellung.
  3. Betreffzeile, die unmissverständlich auf die Kündigung in der Probezeit hinweist.
  4. Klare Kündigungserklärung, z. B. „Hiermit kündige ich das Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit fristgerecht zum [Datum].“
  5. Eigenhändige Unterschrift der kündigenden Person – auch bei Arbeitgeberkündigungen muss ein Vertretungsberechtigter unterschreiben (Zusatz „i. A.“).

Die Unterschrift – das unterschätzte Risiko

Fehlt die handschriftliche Unterschrift oder wurde sie nur eingescannt, ist die Kündigung in aller Regel formnichtig und unwirksam. Auch eine elektronische Signatur reicht im Arbeitsrecht derzeit nicht aus. Lassen Sie deshalb nie den Stift aus der Hand.

Kündigungsfrist richtig berechnen: Zwei Wochen – aber ab wann?

Die gesetzliche Frist von zwei Wochen (§ 622 Abs. 3 BGB) läuft nicht ab dem Erstelldatum, sondern ab dem Zugang der Kündigung beim Empfänger – und zwar so, dass der Tag des Zugangs nicht mitgezählt wird (§ 187 Abs. 1 BGB).

Fristbeginn und -ende im Kalender

Der Fristlauf startet am Tag nach dem Zugang und endet zwei Wochen später mit Ablauf desjenigen Wochentags, der dem Tag des Fristbeginns entspricht. Samstage, Sonntage und Feiertage werden mitgerechnet; anders als bei längeren Fristen verschiebt sich das Ende nicht automatisch.

Die Tabelle zeigt die Berechnung für verschiedene Zugangstage:

Zugangstag (z. B. persönliche Übergabe) Fristbeginn (Tag danach) Kündigungsfrist endet mit Ablauf von Arbeitsverhältnis endet am
Montag 04.08. Dienstag 05.08. Montag 18.08. 18.08.
Mittwoch 06.08. Donnerstag 07.08. Donnerstag 20.08. 20.08.
Freitag 08.08. Samstag 09.08. Freitag 22.08. 22.08.

Wichtig: Ein Sonn- oder Feiertag am Ende verschiebt den Beendigungstermin nicht. Das Arbeitsverhältnis erlischt mit Ablauf des berechneten Tages, auch wenn es ein Sonntag ist.

Sonderfall: Kündigung erreicht den Empfänger nach Ablauf der Probezeit

Ist die vereinbarte Probezeit kürzer als sechs Monate, muss die Kündigung vor deren Ende zugehen. Trifft sie erst am Tag nach dem Probende ein, gelten die längeren Kündigungsfristen des § 622 Abs. 1 BGB (vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende). Dann ist zudem das KSchG in vollem Umfang anwendbar und eine arbeitgeberseitige Kündigung nur noch mit sozialer Rechtfertigung möglich.

So stellen Sie den Zugang der Kündigung sicher

Der wirksame Zugang ist Dreh- und Angelpunkt. Beweisen Sie ihn lückenlos, sonst riskieren Sie, dass die Frist als nicht eingehalten gilt und die Kündigung unwirksam ist.

Die drei Versandwege und ihr Beweiswert

  • Persönliche Übergabe mit Empfangsbestätigung: Der sicherste Weg. Lassen Sie sich das Original mit Datum und Unterschrift quittieren.
  • Einwurf-Einschreiben: Von der Rechtsprechung anerkannt. Der Einwurf wird dokumentiert und begründet einen Anscheinsbeweis, dass das Schreiben in den Machtbereich des Empfängers gelangt ist.
  • Übergabe-Einschreiben: Riskant, weil der Empfänger die Annahme verweigern kann. Dann erfolgt kein Zugang und die Kündigung geht ins Leere.

Praxistipp: Planen Sie bei Postversand mindestens zwei bis drei Werktage Laufzeit ein, wenn die Probezeit zeitnah endet. Persönliche Übergabe mit Bestätigung ist in diesem Fall die sicherere Alternative.

Schritt-für-Schritt: Ihr Kündigungsschreiben in Word erstellen

Die folgende Anleitung führt Sie in wenigen Minuten zum unterschriftsreifen Dokument. Öffnen Sie dabei das Kündigung Probezeit Muster Word und ersetzen Sie die Platzhalter.

Vorbereiten und personalisieren

  1. Absender und Empfänger einfügen: Tragen Sie Namen, Straße, PLZ und Ort beider Parteien in die Kopfzeile ein.
  2. Ort und Datum unter die Adressen setzen.
  3. Betreff formulieren: „Kündigung des Arbeitsverhältnisses in der Probezeit“ ist eine klare Wahl.
  4. Kündigungserklärung ausformulieren: Verwenden Sie eine vorbehaltlose Erklärung, z. B.: „Hiermit kündige ich das zwischen uns bestehende Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit ordentlich und fristgerecht zum [Datum].“
  5. Optional eine persönliche Notiz ergänzen: Eine kurze Dankesformel wirkt professionell, ist aber rechtlich nicht erforderlich.

Versand und Fristkontrolle

  1. Eigenhändig unterschreiben – kein Scan, kein Faksimile.
  2. Kopie für die eigenen Unterlagen fertigen.
  3. Versand planen: Original als Einwurf-Einschreiben oder persönlich übergeben und Empfangsbestätigung einholen. Prüfen Sie anhand des Zugangstages, dass der Beendigungstermin innerhalb der Probezeit liegt.

Formulierungsmuster für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Passen Sie die folgenden Textbausteine an, je nachdem, ob Sie als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer kündigen und welcher Ton gewünscht ist.

Neutrale Arbeitnehmerkündigung

Sehr geehrte Frau [Name],

hiermit kündige ich das zwischen uns bestehende Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit ordentlich und fristgerecht zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Für die Zusammenarbeit danke ich Ihnen und wünsche dem Unternehmen weiterhin viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]

Arbeitgeberkündigung mit Freistellungshinweis

Sehr geehrter Herr [Name],

hiermit kündigen wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit fristgerecht zum [Datum]. Bis zum Beendigungszeitpunkt stellen wir Sie unter Anrechnung etwaiger Resturlaubsansprüche von der Arbeitsleistung frei. Ihre Arbeitspapiere erhalten Sie rechtzeitig.

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift, ggf. Firmenstempel]

Arbeitnehmerkündigung mit bedauerndem Ton

Sehr geehrter Herr [Name],

ich bedauere, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich das Arbeitsverhältnis in der Probezeit zum [Datum] kündige. Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Ich danke Ihnen für die Möglichkeit, das Unternehmen kennenzulernen, und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

[Unterschrift]

Arbeitgeberkündigung – nüchtern und verbindlich

Sehr geehrte Frau [Name],

wir sehen uns gezwungen, das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis in der Probezeit fristgerecht zum [Datum] zu kündigen. Für die kurze Zusammenarbeit bedanken wir uns und wünschen Ihnen für Ihre berufliche Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]

Häufige Fehlerquellen und wie Sie sie umgehen

Die Tabelle fasst typische Fallstricke zusammen und zeigt praktische Lösungen.

Fehler Mögliche Folge So vermeiden Sie ihn
Frist wird ab Erstelldatum gerechnet Zu früh angesetztes Enddatum; Kündigung ggf. unwirksam Zugangstag notieren und anhand der Tabelle oben den Beendigungstermin berechnen
Unterschrift fehlt oder ist nur eingescannt Formnichtigkeit, Kündigung unwirksam Immer handschriftlich mit blauem oder schwarzem Stift unterschreiben
Kündigung ohne Zugangsnachweis (z. B. normaler Brief) Empfänger bestreitet Zugang, Beweislast beim Absender Einwurf-Einschreiben oder persönliche Übergabe mit Bestätigung wählen
Kündigung bei Sonderkündigungsschutz (Schwangerschaft, Elternzeit, Schwerbehinderung) Kündigung unzulässig, Schadensersatzansprüche möglich Vorab prüfen, ob ein Sonderkündigungsschutz besteht, und ggf. Zustimmung einholen
Unklare Formulierung („möchte vielleicht kündigen“) Keine wirksame Kündigungserklärung Vorbehaltlose, eindeutige Formulierung verwenden
Tarifliche Sonderregelungen übersehen Längere Fristen oder zusätzliche Erfordernisse nicht eingehalten Einschlägigen Tarifvertrag prüfen, bevor Sie das Schreiben aufsetzen

FAQ – Kurze Antworten auf häufige Fragen

Was muss in die Kündigung und wie formuliere ich sie?

Das Kündigungsschreiben muss mindestens die vollständigen Adressen beider Seiten, das Erstellungsdatum, eine klare Kündigungserklärung und die eigenhändige Unterschrift enthalten. Eine übliche Formulierung lautet: „Hiermit kündige ich das Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit fristgerecht zum [Datum].“ Eine Begründung ist nicht erforderlich. Arbeitnehmer adressieren das Schreiben an die Personalabteilung oder die Geschäftsleitung.

Wie zählen die 14 Tage Kündigungsfrist?

Die Frist beginnt am Tag nach dem Zugang des Schreibens und endet nach 14 Kalendertagen. Der letzte Arbeitstag ist der Tag, der auf den Wochentag des Zugangs folgt – z. B. Zugang Mittwoch, Ende Donnerstag in zwei Wochen. Samstage, Sonn- und Feiertage werden mitgezählt und verschieben das Ende nicht.

Welche Kündigungsfrist gilt für Arbeitnehmer?

Arbeitnehmer haben dieselbe zweiwöchige Frist wie Arbeitgeber (§ 622 Abs. 3 BGB). Ausnahmen können sich aus einem Tarifvertrag oder einer einzelvertraglichen Vereinbarung ergeben.

Wie versende ich die Kündigung richtig?

Am sichersten ist die persönliche Übergabe mit unterschriebener Empfangsbestätigung. Alternativ eignet sich das Einwurf-Einschreiben, weil es den Zugang dokumentiert und vor Gericht als Anscheinsbeweis dient. Übergabe-Einschreiben sind riskant, weil der Empfänger die Annahme verweigern kann.

Ist eine Kündigung ohne Begründung möglich?

Ja, in der Probezeit ist keine Begründung notwendig, weil das Kündigungsschutzgesetz noch nicht gilt. Anders ist die Lage bei besonderem Kündigungsschutz (z. B. Schwangerschaft, Elternzeit, Schwerbehinderung). Dann bedarf die Kündigung einer vorherigen Zustimmung und in manchen Fällen einer schriftlichen Begründung.

Kann ich in der Probezeit kündigen, wenn ich krank bin?

Ja, eine Kündigung während einer Erkrankung ist grundsätzlich möglich und wirksam, solange die Schriftform eingehalten wird. Die Krankheit selbst macht die Kündigung nicht unwirksam. Eine Kündigung, die ausschließlich aufgrund der Krankheit ausgesprochen wird, kann unter Umständen diskriminierend und anfechtbar sein – in der Praxis ist dies bei einer Probezeitkündigung aber selten.

Kündigung Probezeit Muster Word: Kostenloser Download

Nutzen Sie unsere kostenlose Word‑Vorlage, um keine Formalität zu übersehen. Die Platzhalter lassen sich in wenigen Minuten an Ihre individuelle Situation anpassen. Die Vorlage ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall – prüfen Sie bei Sonderkündigungsschutz oder Unsicherheiten immer mit einem Fachanwalt.

Jetzt Kündigung Probezeit Muster Word herunterladen

Dieser Ratgeber ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Gesetze unterscheiden sich je nach Ort und ändern sich — lassen Sie sich für Ihre Situation von einer zugelassenen Fachperson beraten.

Ähnliche Ratgeber

Alle Ratgeber